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Wichtig

Wenn es dir gerade richtig schlecht geht

Warum eine Beratung dann nicht das Richtige ist, wo du stattdessen anrufen kannst, und was das kostet: nichts.

· 3 Minuten · Ciron

Wenn du das gerade dringend brauchstTelefonseelsorge, rund um die Uhr, kostenlos und anonym: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Auch per Chat und Mail erreichbar über telefonseelsorge.de. Bei akuter Gefahr: 112.

Dieser Artikel wird mich Buchungen kosten. Ich schreibe ihn trotzdem, weil ich es falsch fände, ihn nicht zu schreiben.

Warum eine Beratung dann nicht das Richtige ist

Es gibt Nächte, in denen man irgendwo anruft, weil man irgendwo anrufen muss. Das ist verständlich, und ich nehme das ernst. Aber wenn es dir wirklich schlecht geht – wenn du nicht mehr weiterweißt, wenn du seit Wochen nicht schläfst, wenn du daran denkst, dass es aufhören soll – dann bin ich der Falsche.

Nicht, weil mir dein Anliegen zu klein wäre. Sondern weil ich dafür nicht ausgebildet bin. Ich bin kein Arzt, kein Psychotherapeut und kein Krisendienst. Ich kann dir zuhören, aber ich kann dich nicht auffangen, wenn es ernst wird. Und jemand, der so tut, als könnte er das, hilft dir nicht – er hält dich nur davon ab, dort anzurufen, wo man es kann.

Was ich in so einem Fall tue

Wenn während eines Gesprächs erkennbar wird, dass jemand ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe braucht oder sich in einer akuten Krise befindet, beende ich das Gespräch, nenne die passenden Stellen – und rechne es nicht ab. Das steht auch so in meinen Geschäftsbedingungen, damit es nicht von meiner Tagesform abhängt.

Mir ist wichtig, dass du das vorher weißt. Es soll dir nicht unangenehm sein, wenn es passiert.

Wohin du dich wenden kannst

  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222, rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Auch Chat- und Mailberatung über telefonseelsorge.de.
  • Bei akuter Gefahr für dich oder andere: 112. Das ist keine Übertreibung und keine Belästigung – dafür ist die Nummer da.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117, wenn die Praxis zu hat und es nicht bis morgen warten kann.
  • Psychiatrische Institutsambulanzen und Krisendienste gibt es in fast jeder größeren Stadt, viele auch abends. Such einmal nach „Krisendienst“ und deinem Ort – und speicher die Nummer, bevor du sie brauchst.
  • Dein Hausarzt. Der unspektakulärste und oft beste erste Schritt. Er kennt dich, und er kennt den Weg weiter.

Wenn du nicht in einer Krise bist, aber schwer trägst

Es gibt einen großen Bereich dazwischen: Man ist nicht in Gefahr, aber man kommt nicht voran. Eine Trennung, die nicht aufhört wehzutun. Eine Entscheidung, die man seit einem Jahr vor sich herschiebt. Das Gefühl, im eigenen Leben nicht vorzukommen.

Dafür kann ein Gespräch tatsächlich etwas taugen – auch eines bei mir. Aber prüf für dich, ob es das Richtige ist. Ein guter Anhaltspunkt ist die Frage, ob du eine Ordnung suchst oder eine Rettung. Für Ordnung bin ich zuständig. Für Rettung nicht.

Und noch etwas

Wenn du gerade in einer schwierigen Phase bist, bist du besonders anfällig für Anbieter, die genau das ausnutzen: die eine Belastung feststellen und gleich das Ritual dagegen verkaufen, die Dringlichkeit erzeugen, die nach Minuten abrechnen. Wenn dir dein Bauchgefühl sagt, dass etwas nicht stimmt, dann leg auf. Du schuldest niemandem ein Gespräch.

Woran man solche Anbieter erkennt, habe ich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.

Wenn du magst, sprechen wir.

Der einfachste Anfang ist die Kurzfrage für 25 Euro – ein Anliegen, eine Antwort, ohne dass du gleich eine ganze Sitzung buchst.